Hyper...was?

Hyperfokale Entfernung.

Da ich mir das Fotografieren selber beigebracht habe, konnte ich mit dem Begriff zunächst nichts anfangen. Deshalb hier eine kurze Erklärung, um was es sich dabei handelt. 

Über die Schärfentiefe hatte ich bereits bei der Blende geschrieben. Die Schärfentiefe ist hinter der Haupteinstellebene (also die Ebene, wo sich das Aufnahmeobjekt befindet, auf das ich scharf stelle) größer als vor ihr (etwa 2/3 zu 1/3). Da die Schärfentiefe nicht über Unendlich hinausreicht, hat ein Objektiv das auf Unendlich eingestellt ist, einen Schärfebereich der nur in Richtung Kamera reicht; die Entfernung von der Kamera zu dieser Nahgrenze wird „hyperfokale Entfernung“ genannt. Um den möglichen Schärfentiefebereich nicht zu vergeuden und ihn voll auszunutzen, sollte das Objektive auf die Entfernung eingestellt werden, bei der der Schärfentiefebereich bei Unendlich endet. Dies wird erreicht, in dem man die „hyperfokale Entfernung“ (Nah-Unendlich-Entfernung) verwendet, z.B. bei Blende 11 und 50mm Brennweite auf eine Entfernung von 10m eingestellt, Schärfentiefe von rund 4,5m bis Unendlich.

 

 

Die hyperfokale Entfernung wird vor allem in der Landschaftsfotografie angewandt. In der Praxis ist die hyperfokale Entfernung ein grober Richtwert, da bei Fokussierungsfehlern die Unschärfe nicht schlagartig einsetzt, sondern schleichend zunimmt. Eine Landschaftsaufnahme mit Hyperfokaleinstellung erzeugt eine Aufnahme mit grenzwertiger Schärfe des gesamten Hauptmotivs.