Kochi

Der Aufstieg Kochis begann mit der Zerstörung des Hafens der etwa 38 km entfernten antiken Stadt Muziris (heute Kodungallur) durch eine Flutkatastrophe im Jahre 1341. Eben jene Flut schuf jedoch auch das Hafenbecken von Kochi. Fortan entwickelte sich die Stadt zum bedeutendsten Hafen an der indischen Westküste für den Gewürzhandel mit China und dem Nahen Osten.

 

1500, zwei Jahre nach der Ankunft des portugiesischen Seefahrers Vasco da Gama in Calicut (dem heutigen Kozhikode), landete dessen Landsmann Pedro Álvares Cabral in der Lagune von Kochi. 1502 gründeten die Portugiesen ihre erste Handelsniederlassung in der Stadt. Ein Jahr darauf errichteten sie eine Festung (Fort Manuel) – die erste europäische Festung auf dem indischen Subkontinent. Vasco da Gama starb 1524 in Kochi und wurde dort auch begraben, bis seine sterblichen Überreste 1539 nach Lissabon überführt wurden.

Ab 1653 machten die Niederländer den Portugiesen ernsthafte Konkurrenz und eroberten die Stadt schließlich im Jahre 1663. Unter den neuen Herrschern begann die Blütezeit Kochis. Das weitreichende Handelsnetzwerk der Niederländischen Ostindien-Kompanie trug maßgeblich zum wirtschaftlichen Aufschwung bei.

 

An der Nordspitze der Halbinsel Fort Kochi befinden sich die berühmten Chinesischen Fischernetze. Sie sollen schon im 13. Jahrhundert durch chinesische Kaufleute vom Hofe Kublai Khans eingeführt worden sein. Die schweren Holzkonstruktionen, an denen Netze hängen, werden vor allem bei Hochwasser genutzt. Zu ihrer Handhabung werden mindestens vier Männer benötigt.

 

 

Das moderne Ernakulam liegt auf dem Festland östlich des auf einer Halbinsel gelegenen historischen Zentrums von Kochi und wird von diesem durch den Vembanad-See getrennt. Ernakulam ist Sitz der Stadtverwaltung von Kochi, Verwaltungszentrum des Distrikts Ernakulam sowie das wirtschaftliche Zentrum Zentralkeralas, hier finden sich moderne Einrichtungen und neuere Bauten. Mit der höchsten Telefondichte Indiens hat Ernakulam einen Indikator relativ hohen Wohlstands: die Bewohner des Stadtteils verfügen über die höchste Kaufkraft ganz Indiens. Stolz ist man im Distrikt Ernakulam auf die hohe Alphabetisierungsrate von 94 Prozent: das vorbildliche Volksbildungswesen hat vor allem dazu geführt, dass auch Mädchen und Frauen nahezu gleichberechtigt daran teilhaben.