Puducherry

Puducherry, früher Pondicherry, ist ein Unionsterritorium in Indien. Die Geschichte Puducherrys reicht bis ins Altertum zurück: An der Stelle des Dorfs Arikamedu wenig südlich des heutigen Puducherry befand sich zwischen dem 2. Jahrhundert v. Chr. und dem 2. Jahrhundert n. Chr. ein bedeutender Hafen, von dem aus reger Handel mit dem Römischen Reich betrieben wurde.

Tipp für die Übernachtung: Das familiengeführte "LE REVE BLUE"

Die französische Kolonialzeit in Puducherry begann 1673, als die Französische Ostindienkompanie dem Sultan von Bijapur das kleine Küstendorf abkaufte. In der Folge wurde Puducherry zum Brückenkopf für die wirtschaftlichen Interessen Frankreichs in Indien. Nachdem Indien 1947 die Unabhängigkeit erlangt hatte, wurde in Französisch-Indien ein Jahr später eine Volksabstimmung über den Verbleib bei Frankreich oder den Anschluss an Indien durchgeführt. Die Einwohner Puducherrys entschieden sich dabei ebenso wie in allen anderen französischen Besitzungen zunächst für den Verbleib bei Frankreich. In den Folgejahren gewann die pro-indische Bewegung aber an Boden, so dass Puducherry, Karaikal, Mahé und Yanam am 1. November 1954 de facto den Anschluss an Indien vollzogen. 

Im „indischen“ Teil Puducherrys finden sich neben modernen Zweckbauten noch viele gut erhaltene alte Wohnhäuser im traditionellen tamilischen Baustil. Im Gegensatz zu den französischen Häusern öffnen sich diese zur Straße hin. Vor dem Haus bilden eine Veranda (talvaram), deren Dach durch Holzpfeiler gestützt wird, und eine erhöhte Plattform mit gemauerten Sitzbänken (tinnai) einen halböffentlichen Raum, in dem Besucher empfangen werden können. Im Inneren des Hauses sind die Räume um einen offenen Innenhof herum angeordnet. Eine Besonderheit Puducherrys sind die Bauten, die Elemente der tamilischen und französischen Architektur verbinden. Meist handelt es sich um zweistöckige Bauten, deren Untergeschoss dem tamilischen Typ mit talvaram und tinnai entspricht, während das Obergeschoss französische Stilelemente aufweist.