In den ersten Tagen in Indien ist schon wieder so viel passiert, dass ich noch nicht zum Schreiben gekommen bin. Aber der Reihe nach ...
Da wir diesmal direkt zu den Kindern wollten, war der Flug entsprechend lang. Da unser Hauptstadtflughafen keine Direktflüge anbietet, bleiben in Deutschland nur die beiden Drehkreuze Frankfurt und München. Swissair war aber deutlich preiswerter, weshalb es über Zürich nach Delhi ging.

Unser Flug ging um 7:15 Uhr. Zum Flughafen BER braucht man mit der S-Bahn eine gute Stunde und zwei Stunden vor Abflug soll man ja schon immer am Flughafen sein. Das heiß also um 2:00 Uhr aufstehen und die S-Bahn um 3:39 Uhr zum BER nehmen.
Von Delhi aus wollten wir direkt nach Amritsar weiterfliegen und haben beim Check-In gefragt, ob man das Gepäck gleich bis Amritsar aufgeben kann. Man sagte uns zwar, dass das ginge, aber die Realität sah dann doch anders aus. In Delhi müssen alle erstmal durch die Passkontrolle und danach zur Gebäckausgabe. Ein Aufgabe des Gepäcks bis zum Zielort ist nicht möglich. Der Zoll will jedes Gepäckstück dem jeweiligen Fluggast zuordnen können. An den einzelnen lokalen Flughäfen finden nur Sicherheitskontrollen aber keine Zollkontrollen statt.
Wir hatten per Zufall davon erfahren, denn sonst würden unsere Koffer wahrscheinlich immer noch auf dem Gepäckband ihre Kreise drehen. Zum Glück haben wir gelbe Koffer, die einem sofort ins Auge fallen.
Mit dem Gepäck mussten wir dann eine Etage höher zu den Abflügen und dort das Gepäck wieder einchecken. Leider ist das Aufgeben des Gepäcks erst ein 4 Stunden vor Abflug möglich. Theoretisch könnte man sein Gepäck auch selber aufgeben, aber das hat bei uns nicht funktionierte.
Wir waren um 0:15 Uhr Ortszeit (+4,5h) in Delhi gelandet und unser Weiterflug nach Amritsar ging erst um 9:00 Uhr Ortszeit. So haben wir also viel Zeit am Flughafen Delhi verbracht. Da wir nicht durch die Ankunftshalle mussten, konnten wir uns noch keine Sim-Karten kaufen. Es gibt aber am Flughafen kostenfreies WLan und man kann gegen Bezahlung auch eine der Lounges nutzen.
Da wir uns mit Nicola, die den Verein „Anand Jeevan“ ins Leben gerufen hat, getroffen haben, verging die Zeit dann noch recht schnell.
In Amritsar wurden wir dann von Jaswinder, der den Hof leitet, in Empfang genommen. Vom Flughafen Amritsar nach Nangal Sohal braucht man mit dem Auto gut 1 Stunde, auch wenn der Ort nur 50 Kilometer entfernt ist. Die Straßen sind zum Teil in einem extrem schlechten Zustand - und das hat nichts mit dem Monsun 2025 zu tun.
Auf dem Hof angekommen haben wir nur noch ausgespannt. Um 15:30 Uhr kamen die Kinder aus der Schule und wir wurden natürlich wieder freudig begrüßt! Unsere Aktivität an dem Tag beschränkte sich allerdings darauf, mit den Kindern zu meditieren und ihnen danach noch die Geschichte von „Heidi“ vorzulesen. In dem Kinderbuch war die Geschichte auf Englisch kurz zusammengefasst und wir drei (Patricia, Nicola und ich) haben immer abwechselnd eine Seite gelesen, wobei jeder Satz von einem der Mädchen ins Punjabi übersetzt wurde. Eine tolle Leistung von dem Mädchen! Ich hätte das nicht einmal so fließend ins Deutsche übersetzen können! Da es ein Bilderbuch war, haben wir nach jeder gelesenen Seite das Buch rumgereicht und die Bilder gezeigt. Die Kinder waren mit Begeisterung dabei und man hat gemerkt, dass es ihnen sehr viel Spaß gemacht hat.
Wir sind dann nur noch todmüde ins Bett gefallen.


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