Peking

Wenn man in Peking ist, dann fühlt man sich ständig kontrolliert und überwacht. Überall gibt es Kontrollen, vor allem in der Metro und bewaffnete Soldaten sind keine Seltenheit. Wir fühlten uns nicht wirklich wohl in der Stadt.
Abgesehen von den Sehenswürdigkeiten kann man die Stadt als einen großen kalten Betonklotz bezeichnen. Trotz allem, sollte ein Besuch der Hauptstadt Chinas, wegen dem Tagesausflug zur Chinesischen Mauer, dem alten und neuen Sommerpalast und den Hutongs, ein Muss sein. Das Highlight einer Chinareise ist Peking jedoch nicht.
Egal wo ihr in Peking wohnt, achtet auf eine gute Metroanbindung! Peking ist riesig und ihr braucht von A nach B länger als ihr denkt. Da ihr viel mit der Metro fahren werdet, lohnt es sich eine Metroaufladekarte zu kaufen. Für 3 Yuan pro Fahrt ist dies mehr als günstig und ihr erspart euch das lange Anstehen am Ticketschalter.

Peking ist nicht nur die Hauptstadt der Volksrepublik China, sondern mit mehr als zwölf Millionen Einwohnern auch die zweitgrößte Stadt Chinas und das wichtigste kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Landes. Geografisch liegt Peking etwa 150 km entfernt vom Bohai-Golf und ungefähr auf der Höhe von Madrid und Ankara. Die Stadt ist geprägt von einem kontinentalen Klima mit feuchten, heißen Sommern und kalten, trockenen Wintern.

HUTONGS

Bevor die Kommunisten an die Macht kamen und der Stadt dieses kalte Antlitz verliehen, lebten die Menschen in Hutongs zusammen. Die Hutongs sind kleine chinesische Häuser, die eine Art eigene Community bilden und durch Mauern mit Eingangstoren teilweise wie Labyrinthe wirken (verwinkelte Wege halten das böse ab). Hier kann man sich noch das alte China vorstellen: Glückliche Menschen, die in den Höfen der Hutongs sitzen und Spiele spielen, Frauen die für mehrere Familien Essen kochen und spielende Kinder auf den Straßen – vorausgesetzt man kann die Heerscharen von Touristen ausblenden. In den 50er Jahren existierten noch 6.000 dieser Gemeinschaften - heute sind es noch knapp 1.000. Peking wäre aber nicht China, wenn man aus den Hutongs nicht noch eine Touristenattraktion machen würde. So wurden gerade die bekanntesten Hutongs, im Bezirk zwischen der Nanluoguxiang Metro und dem Glockenturm, restauriert und zu einer Souvinierstraße mit Cafés und Shops umgestaltet. Sehr historisch kommen einem diese Gebäude nicht mehr vor. Trotzdem lohnt sich eine kleine Bummeltour durch die engen Gassen und Touristenmassen.
Sehr überrestauriert sind die Hutongs der etwas kitschig anmutenden Qianmen-Road. Die Qianmen-Road wurde für Olympia nachgebaut und führt zum Platz des Himmlischen-Friedens.

TIAN’ANMEN-PLATZ

Er wird mit seinen 39,6 ha Fläche oft als größter befestigter Platz der Welt bezeichnet. An der Nordseite steht das Tian’anmen Platzes befindet sich das Tor des Himmlischen Friedens, hinter dem die verbotene Stadt liegt. Bis 1911 war der Platz nicht öffentlich zugänglich. Ab 1911 war er eine wichtige Demonstrationsstätte mit einem Fassungsvermögen von bis zu einer Million Menschen. Der Platz wird im Westen von der Großen Halle des Volkes und im Osten von dem Chinesischen Nationalmuseum begrenzt. Im Westen erlangte er erst mit dem Massaker vom 4. Juni 1989 traurige Berühmtheit, er war aber das ganze 20. Jahrhundert über immer wieder Schauplatz bedeutsamer zeitgeschichtlicher Ereignisse.

Nach dem Tode Mao Zedongs im Jahr 1976 wurde auf dem südlichen Teil des Platzes ein gewaltiges Mausoleum errichtet, in dem seither der konservierte Leichnam Maos ausgestellt ist.

Ganz im Süden steht das eindrucksvolle Zhengyang-Tor bzw. Qianmen-Tor, gefolgt von der gleichnamigen Restaurant- und Shoppingmeile (s.o.).

 

Bevor man überhaupt den Tian'anmen-Platz betreten kann, wird man erstmal kontrolliert ...

VERBOTENE STADT

Mit dem oscarprämierten Bertolucci-Film „Der letzte Kaiser“ ist vielen Kinobesuchern der chinesische Kaiserpalast vertraut geworden, denn der Film spielte in den Originalkammern der Verbotenen Stadt. Noch bis in das Jahr 1911 regierten Kaiser das riesige Reich von Peking aus. Im Herzen der Stadt erstreckt sich die riesige Anlage des Kaiserpalastes. Mehr als 9000 Kammern und Räume befinden sich auf dem Gelände, das durch eine Mauer vom Rest der Stadt getrennt ist. Normalsterbliche und Menschen, die nicht am kaiserlichen Hofe dienten, war es bis in die frühen 1950er Jahren verboten das Gelände zu betreten.
Aufgrund der gigantischen Dimensionen sollten Besucher viel Zeit einplanen; wer alles im Detail bestaunen will, kommt mit einem Tag nicht aus.

 

Während die Chinesen fast alles mit ihrem Smartphone bezahlen (einfach den QR-Code mit der entsprechenden App scannen), mussten wir erstmal das Kassenhäuschen suchen. Die Stände mit den QR-Codes waren überall und gut sichtbar - das Kassenhäuschen befand sich in einem kleinen Seitengebäude am Rande ohne irgendwelche Hinweisschilder.

CHINESISCHE MAUER

 

 Die Chinesische Mauer zählt nicht nur zu den beliebtesten Touristenattraktionen in China, sondern mit rund zehn Millionen Besuchern jährlich auch zu den meist besuchten Sehenswürdigkeiten weltweit. Bereits Mao sagte, „wer nicht auf die Große Mauer gestiegen ist, ist keiner wahrer Mann“. Sicherlich bietet das Reich der Mitte viel mehr als nur die Große Mauer - trotzdem gehört sie zum Pflichtprogramm für jeden China-Reisenden. Die Mauer ist nicht nur ein geschichtlich beeindruckender Ort, sondern auch ein Baukunstwerk.

 

Vor mehr als 2000 Jahren, während der Dynastie der Qin, soll der Mauerbau begonnen haben. Zehn Jahre sollen vor allem politische Gefangene an der längsten Mauer der Welt geschuftet haben, die den Osten des Reiches vor Normadenvölkern schützen sollte. Erst später während der Ming-Dynastie erhielt die Mauer ihr heutiges Gesicht. Auch interessant: Das mächtige Bauwerk diente nicht nur als Schutzwall, sondern auch als Transport-, Reise- und Nachrichtenweg. Reisende, Händler und Boten waren zu Ross oder zu Fuß auf der Mauer deutlich schneller, als auf dem Weg durch die gebirgige Landschaft. Die größte Mauer der Welt ist mehr als 9000 Kilometer lang.

LAMAKLOSTER

 

Das Lamakloster ist nicht nur der größte lamaistische Tempel in Peking, sondern für die Gläubigen wahrscheinlich auch die wichtigste religiöse Stätte außerhalb Tibets. Mönche aus der Mongolei und aus Tibet lebten und lehrten lange Zeit in dem Tempel. Und auch heute treffen Besucher auf die orange gekleideten Mönche, die noch in dem Lamakloster leben.

Das Lamakloster enstand im Jahr 1744 aus der ehemaligen Residenz des Kaisersohnes und diente ab diesem Zeitpunkt als Rückzugsort für viele Tibeter und Gläubige aus der Mongolei und Mandschurei. Zu seinem Namen kam das Kloster, weil eine Urne für die Wahl des Panchen Lama in dem Tempel verwahrt wurde. Als die Roten Garden das Kloster in den 1960er abreißen wollten, griff der damalige Premier Zhou Enlai ein und schütze den religiösen Rückzugorts.

 

Heute ist das Kloster nicht nur ein attraktives Ziel für Touristen, sondern auch für Pilger aus dem ganzen Land. An vielen Ecken zünden die Gläubigen Räucherstäbchen an, halten sich diese vors Gesicht und knien nieder. Auch vor den Buddha-Statuen im Inneren der Tempel stehen kleine Bänke zum Niederknien und Beten. Neben der Halle der Harmonie, der Halle der Ewigen Hilfe und der Halle des Rad des Gesetzes befindet sich in dem Pavillon des 10.000-fachen Glücks eine übergroße Buddha-Statue: Ganze 18 Meter hoch ist die aus einem einzigen Stück Sandelholz geschnitzte Statue.

TROMMEL- und GLOCKENTURM

 

In der Regel bilden Glockenturm und Trommelturm ein architektonisches Paar unter der Bezeichnung Trommel- und Glockenturm. Sie finden sich meist im Ortskern und wurden auch für Zeitangaben oder für Feierlichkeiten verwendet.

 

Wer die Größe der chinesischen Hauptstadt erfassen will, sollte den Trommelturm und den gegenüber liegenden Glockenturm besteigen. Von beiden Türmen aus haben Besucher nicht nur einen guten Blick über die Stadt und die nahgelegenen Houhai-Seen, sondern können auch die Strukturen der Altstadtgassen, der Hutongs, im Detail erkennen.

 

Früher waren die täglichen Trommel-Einheiten dazu da, um den Menschen die Zeit anzusagen. Zusammen mit dem Glockenturm galt der Trommelturm als offizieller Zeitmesser der Stadt. Im alten China wurde der Tag in Doppelstunden eingeteilt. Ausgangspunkt war sieben Uhr abends, dann wurde die große Trommel 13mal geschlagen, womit die Uhr als gestellt galt. Danach gab es alle zwei Stunden nur einen einzigen Schlag, tagsüber auf der Glocke, nachts auf der Trommel.

Die Glocke im Glockenturm wiegt sage und schreibe 63 Tonnen und ist damit die größte Glocke der Stadt. 

Der Trommelturm entstand mit dem Kaiserpalast etwa 1420, wurde danach aber mehrfach grundlegend renoviert. Der Glockenturm ist kleiner, gedrungener und einfacher. Nach einem Brand entstand er 1747 neu und diesmal ganz aus Steinen. Doch seine Konstruktion ist so sicher, daß selbst schwerste Erdbeben ihm bisher nichts anhaben konnten.

BEHAI-PARK

 

Der Beihai-Parkin Peking ist einer der typisch  chinesischen Gärten. Er liegt nordwestlich der Verbotenen Stadt. 

Von der Dschurdschischen Jin-Dynastie bis zur Zeit der Ming- und Qing-Kaiser war der Nordsee (Beihai) gemeinsam mit dem Mittelsee (Zhonghai) und später auch dem Südsee (Nanhai) Teil der verbotenen Stadt. Während das Gelände um die beiden letztgenannten Seen heute unter dem Namen Zhongnanhai als Sitz von Regierung und Partei dient und daher hermetisch abgeriegelt ist, steht der Beihai einschließlich des sich an seinen Ufern erstreckenden Parks seit 1925 der Öffentlichkeit zur Verfügung.

 

Die Neun-Drachen-Mauer stellt eine der Hauptattraktionen im Beihai-Park dar. Sie wurde bereits kurz nach 1402 erbaut und mit 427 siebenfarbigen Reliefs aus glasierten Kacheln verkleidet. Ursprünglich schützte sie die Residenz des Kaisers Yongle, der dort residierte solange sich die Verbotene Stadt noch im Bau befand. Die Neun-Drachen-Mauer stellt neun große, in Wolken und Wellen spielende Drachen dar. Die Wand ist knapp 6 Meter hoch, 1,6 Meter dick und 25,5 Meter lang.

Neben den neun großen Drachen befinden sich auf den weiteren Verzierungen der Wand hunderte weiterer Drachen-Reliefs, insgesamt zeigt die Wand 635 Drachen in allen Größen. Dies ist die einzige Drachenwand in China, die von Vorder- und Rückseite gestaltet wurde.

PRINCE GONGS MANSION

 

Prinz Gong (11.1.1833 - 29.5.1898), der sechste Sohn des Kaisers Daoguang  spielte in der Politik der ausgehenden Qing-Zeit (1644-1912) eine wichtige Rolle als Reformer. Um sein Land zu modernisieren, unterhielt er enge Kontakte zu den westlichen Mächten in China, eben jene Mächte, die das Land zu kolonisieren drohten. Seine Loyalität zum chinesischen Thron steht aber außer Frage. Anders verhielt es sich hingegen mit dem Minister He Shen, für welchen die ausgedehnte Residenz im Jahr 1777 errichtet worden war und der aufgrund von korrupten Verhalten beim Hof in Ungnade gefallen war. 1851 ging die Residenz auf kaiserliches Geheiß in den Besitz von Prinz Gong über. Lange Zeit konnte nur die höchst reizvolle Gartenanlage der Residenz besichtigt werden, mittlerweile ist aber auch die aufwändig restaurierte Residenz selbst für Besucher zugänglich gemacht worden. Die Prinzenresidenz gehört gemeinsam mit der Gartenanlage zweifelsohne zu den architektonisch eindrucksvollsten und auch flächenmäßig größten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Die Residenz war angeblich Vorbild für die Villa in Cao Xueqins Buch „Der Traum der roten Kammer“

OLYMPIA-PARK

 

Der Olympiapark wurde die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking neu errichtet. Der fast 800 Hektar große Komplex liegt im Norden der Stadt, rund 8,5 Kilometer in der Verlängerung der Achse nördlich der Verbotenen Stadt. Vor allem nach Norden hin hat das Gelände einen immer ausgeprägteren Parkcharakter mit Waldbestand, Wasserläufen und Zierseen sowie modellierten Hügeln, so dass der Pekinger Bevölkerung nun nach Abschluss der Olympischen Spiele ein echter Volkspark zur Verfügung steht.

 

Das Nationalstadion Peking, Spitzname „Vogelnest“, ist das Herzstück des Projektes. Die Schweizer Architekten Herzog & de Meuron, die bereits die Münchner Allianz Arena bauten, entwarfen das Nationalstadion. In Zusammenarbeit mit der China Architecture Design & Research Group, Arupsport und dem Künstler Ai Weiwei gingen sie im Jahr 2002 als Sieger aus einem internationalen Architekturwettbewerb hervor. 

 

Im Nationalen Schwimmzentrum mit seiner auffälligen Wabenumhüllung wird auch als Water Cube bezeichnet. Das Gerüst des Schwimmzentrums basiert auf einer Leichtbaukonstruktion. Eine Reihe unregelmäßiger Wabenbilden ein extrem leichtes und mehrere Meter dickes Raumfachwerk, dessen ungewöhnliches geometrisches Design von der Struktur von Seifenschaum inspiriert ist und technisch auf der Weaire-Phelan-Struktur basiert. Die einzelnen Waben der Außenhaut und des Daches wurden mit über 3.500 Folienelementen aus hellblauer ETFE-Folie, vergleichbar der Allianz Arena in München, bestückt, auf die Videos projiziert werden können. Neben dem medialen Zweck dient die plastische Hülle dabei auch der passiven Nutzung der Sonneneinstrahlung auf das Gebäude. Neunzig Prozent der einfallenden Sonnenenergie kann zum Heizen der Wasserbecken und der Innenräume genutzt werden.

CCTV-TOWER

 

China Central Television Headquarters ist ein Gebäude in Peking, in dem die Sendezentrale des staatlichen Fernsehens China Central Television (CCTV) der Volksrepublik China untergebracht ist.

 

In der Auslobung des Architekturwettbewerbes wurde gefordert, dass der Entwurf aus zwei Türmen bestehen sollte, jeweils einer für die beiden Hauptabteilungen. Das Büro OMA (Office for Metropolitan Architecture – Rem Koolhaas) entwarf jedoch ein Gebäude, bei dem die beiden Türme zu einer Einheit verbunden wurden.

Die ersten Entwürfe waren statisch nicht umsetzbar, bis man auf die Idee kam, ein außenliegendes Stahlskelett mit Diagonalverstrebungen zu verwenden und am jeweiligen Ort der größten Belastungsstärke der Konstruktion anzuordnen. Dieses Tragwerk wurde in der Fassade sichtbar gelassen und nicht mit Glas verkleidet. Die Statik wurde später anhand eines großmaßstäblichen Modelles auf seine Standsicherheit bei Orkanen und Erdbeben getestet.

STADTMAUER von Peking

 

Die Stadtmauern von Peking waren bis um die Mitte des 20. Jahrhunderts eine der eindrucksvollsten erhaltenen Stadtbefestigungen der Welt. Sie wurden seither (bis 1978) weitgehend beseitigt und durch die 2. Ringstraße ersetzt. Die Mauer war an der Basis 20 m breit, an der Mauerkrone 12 m, ihre Höhe betrug 12 Meter. Es gab 9 Toranlagen um die alte Innenstadt, von denen noch drei erhalten sind: das Desheng-Tor, das (2004 rekonstruierte) Yongding-Tor und das Zhengyang-Tor.

1979 wurde der Abriss der Stadtbefestigung gestoppt. Erhalten geblieben ist aber nur ein kleines Stück der Mauer, etwa 400 Meter von einst etwa 40 km. Diese Reste wurden 1996 wiederentdeckt, als das angrenzende Wohnviertel abgerissen wurde, was es ermöglichte, diesen Teil der alten Stadtmauer gleichsam herauszupräparieren. Die Bewohner sollen selbst alte Mauersteine zum Wiederaufbau gespendet haben. Die rekonstruierten Teile der Pekinger Stadtmauer befinden sich in einem 2003 eröffneten "Mauerdenkmal-Park" im Südosten der Altstadt, südlich des Hauptbahnhofs. Dort sieht man auch den einzigen erhaltenen Eckturm der Mauer. 

HIMMELSTEMPEL

 

Der Himmelstempel bzw. Himmelsaltar ist eine Tempelanlage in Peking, in der die Kaiser der Ming- und Qing-Dynastien jedes Jahr für eine gute Ernte beteten.

Die Anlage liegt im ehemaligen Bezirk Chongwen im Süden der Stadt inmitten eines großen Parks. Die gesamte Anlage ist von einer kilometerlangen doppelten Mauer umgeben. Im nördlichen Teil der Anlage haben die Mauern einen runden Grundriss, während der südliche Grundriss viereckig ist. Von oben betrachtet sieht der Mauergrundriss also wie eine langgezogene Kuppel aus. Diese Form rührt aus der Vorstellung, dass der Himmel rund und die Erde eckig sei. Durch die doppelte Mauer um die gesamte Anlage, in einem Abstand von etlichen Metern, entsteht ein innerer und ein äußerer Bereich des Tempels. Die wichtigsten Gebäude der Anlage befinden sich im inneren Bereich. 

SHOPPEN und ESSEN

 

Eine der lebhaftesten Einkaufsstraße von Peking ist die Quainmen Dajie. Diese führt vom Tor schnurgerade nach Süden, denn zweimal im Jahr zog hier die kaiserliche Prozession entlang zum Himmelstempel. Die von Süden darauf zulaufende Qianmen Dajie war seit jeher eine der wichtigsten Einkaufsstraßen der Stadt. Im Jahr 1900 wurde sie von Truppen der westlichen Mächte verwüstet. Nach und nach wieder hergestellt, verkam sie unter Mao zum schäbigen Basar. Zur Olympiade wurde sie schließlich ein zweites Mal reanimiert. Heute ist sie von Geschäften des Alltags beherrscht, viele davon noch in etwas kargem Stil des Sozialismus. Dies heißt aber nicht, dass man hier keine Qualitätsware bekommt, denn schließlich wird im Jingdezhen-Porzellanladen Gebrauchs- und Dekorationsporzellan aus der Stadt in die Jingdezen in die Provinz Jiangxi verkauft, die seit dem 4. Jahrhundert die Kaiserhäuser mit Porzellan belieferte. 

 

Auf der Einkaufsmeile Wangfujing Dajie gibt es noble Einkaufszentren. Es gibt dort alles aus der internationalen Warenwelt vom Sportschuh bis zum Heimkino, aber wenig, was als Mitbringsel in Frage käme.

 

 

 

Essen ist für die Chinesen wie Sex. Ein wilder Trieb. Ein kaum beherrschbares Verlangen. Die aufregendste Art der Begegnung. Ja fast der Sinn des Lebens. Die Chinesen schuften klaglos bis spät in die Nacht. Aber gibt es um zwölf nichts zu Mittag und um sechs oder sieben Uhr kein Abendessen, dann droht Revolution. In Peking hat der Mensch die Wahl zwischen 30.000 Restaurants - achtmal mehr als in Berlin, allerdings auch bei deutlich mehr Einwohnern. In einigen Straßen, manchmal sogar in ganzen Vierteln lockt jedes Haus mit essbaren Sinnesfreuden.Was bestellt man? Pekingente (kaoya) in Peking ist natürlich besonders authentisch. Teigtaschen und Nudelsuppe zählen zur Volksküche. Um sie kennenzulernen, begibt man sich in die einfachen Lokale.  

Falls Ihr noch nicht mit Essstäbchen umgehen können: nur Mut! Jeder, der einen Bleistift halten kann, wird es rasch lernen. Führt dabei die Schale zum Mund - so, wie es die Chinesen tun. Die Esssitten sind ungezwungen - nur hörbares Naseschnauben bei Tisch ist verpönt.

 

In der Nähe vom Oriental Plaza gibt es eine Streetfood-Meile (unweit der U-Bahn-Station Wangfujing). Die Stände wirken sauber, allerdings war die Schlange etwas zäh. In einem Reiseführer habe ich zwar auch gelesen, dass man nichts am Holzspieß essen soll, aber im großen und ganzen haben wir keine schlechten Erfahrungen gemacht. Man sollte halt wie immer seinen gesunden Menschenverstand walten lassen und immer daran denken, dass solche Streetfood-Meilen vor allem für (chinesische) Touristen gemacht wurden. Wer nicht ganz so mutig ist, sollte sich die Streetfood-Meile trotzdem ansehen - es geht ja schließlich auch darum, die Atmosphäre aufzusaugen und die vielen kuriosen Speisen zu betrachten: Skorpione am Spieß, die noch zappeln; Schlangen; Seesterne; Seepferdchen; Tausendfüßler; Maden etc. Es gibt aber auch ganz "normales" Essen. In jedem Fall einen Besuch wert!