Kurz nach dem Frühstück sind wir nach Amritsar gefahren. Jaswinder hatte einige Bankgeschäfte zu erledigen und anschließend wollten wir das Heim besuchen, in dem die Jungen untergebracht sind. Der Schwerpunkt von Anand Jeevan soll wieder die Bildung der Mädchen sein. Leider kam es mit einigen wenigen Jungs zu übergriffen, weshalb ein Großteil der Jungen in einem Heim in Amritsar untergebracht wurden. Das Heim machte auf uns einen super Eindruck! Es war mit Sicherheit kein einfacher Schritt, aber die Jungs sind dort sehr gut untergebracht. Ein großer Spielplatz, sowie Sportplätze und Fitnessraum stehen den Kindern in der Freizeit zur Verfügung.
In dem Heim wohnen rund 260 Jungs, überwiegend Waise im Alter von 6 bis 20 Jahren. Finanziert wird das Heim durch die sehr großzügige Spenden der Sikhs.
In dem Heim werden auch einige blinde Jungen unterrichtet. Der Lehrer, der die blinden Kinder unterrichtet ist selber blind. Die Jungen arbeiteten gerade am Computer und es war beeindruckend zu sehen, wie schnell sie die Texte geschrieben haben. Jeder gedrückte Buchstabe wird akustisch auf Englisch rückgemeldet. Ich glaube, ich würde als Sehender mit der Texteingabe langsamer sein als sie.
Das Heim macht wieder einmal deutlich, dass sich mehr um die Jungen als um die Mädchen gekümmert wird. Ein solches Heim gibt es für Mädchen nicht. Anand Jeevan ist, so weit bekannt, die einzige Einrichtung in der Provinz Punjab, die sich um die Bildung von verwaisten und sozial benachteiligten Mädchen kümmert.
Anschließend waren wir noch in der Metro einkaufen gefahren (ja, den Konzern gibt es auch hier in Indien. Wir waren im letzten Jahr schon mal dort). Den Tagesausflug haben wir dann noch mit einem Essen bei McDonalds abgeschlossen. Ich glaube, ich war seit 30 Jahren nicht mehr bei McDonalds essen! Die Burger sind die Land entsprechend angepasst; einen Hamburger mir Rinderhack-Paddy findet man hier im Punjab z.B. nicht. Der spicy Burger mit Paneer und Pommes war gut, allerdings macht das Essen bei McDonalds nicht wirklich nicht satt.
Die Rückfahrt war für uns abenteuerlich, denn es wurde bereits dunkel und dichter Nebel zog auf. Je weiter man in den ländlichen Bereich kommt, desto schlechter werden die Straßen. Die Schlaglöcher werden immer größer und der Asphalt immer weniger, teilweise ist es dann nur noch eine Schotterpisten. Die Höchstgeschwindigkeit liegt irgendwo zwischen 6 km/h bei den Schlaglöchern und 40 km/h auf „glatter“ Schotterpiste. Wenn die „Strasse“ gut ist, sind es bis zum nächsten Schlagloch oft nur wenige hundert Meter. Meistens reiht sich Schlagloch an Schlagloch.


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