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10.02.2024 - Sommer und Winter innerhalb von 24 Stunden

Der Morgen in Nangal Sohal
Der Morgen in Nangal Sohal

Im Mumbai hatten wir tagsüber um die 30°C und nachts um die 24°C. Hier in Nangal Sohal sind es tagsüber 24°C, entspricht sommerlichen Temperaturen in Deutschland, und nachts geht die Temperatur auf 2° bis 4°C zurück, also im Prinzip für Deutschland winterliche Temperaturen. Wäre alles kein Problem, wenn die Räume geheizt wären - aber eine Heizung gibt es hier nicht. Wir schlafen mit zwei Decken übereinander und frösteln trotzdem. Aber ab 10:00 Uhr wird es dann wieder warm und wir laufen wieder im T-Shirt rum. 

Es ist wohl seit 70 Jahren das erste Mal, dass es hier so kalt ist. Verantwortlich dafür ist eine für Indien untypische Witterungslage. In den nächsten Tagen soll es angeblich wärmer werden. Wir werden sehen …

Abgesehen von den Temperaturen müssen wir uns erst wieder an den Rhythmus der Kinder gewöhnen: Von wann bis wann gehen sie zur Schule, wann haben sie Musikunterricht, wann essen sie, etc.  Es sind viele neue Kinder da, um so wichtiger werden wieder die Porträts. Die Fotos vom letzten Jahr hängen zwar nicht an der Wand (auf dem Hof wurde auch einiges umgestaltet), aber Arjan hat zum Glück die Kinder, die weggegangen sind, markiert. So wissen wir dann wenigsten, wer den Hof verlassen hat und wer nicht. Mit den ganzen Namen haben wir immer noch unsere Schwierigkeiten; wir können sie uns einfach nicht merken …

Jetzt am Samstag hatten die großen Kinder zum Teil eine Musikaufführung, so dass wir unsere große Malaktion mit der Straßenkreide erst am Nachmittag machen konnten. Wir hatten aber noch einen kleinen Handball im Gepäck und der war für die Kinder der Hit des Vormittags: Die großen Kinder warfen sich den Ball über weite Entfernungen zu und sprinteten immer wieder dem Ball hinterher. Ich musste nur immer aufpassen, dass auch die Kleinsten den Ball zugeworfen bekamen, was kein Problem war, da ich immer wieder angespielt wurde. Die Kinder konnten sich also so richtig austoben. Wie immer beim Rumtoben von Kindern gibt es kleinere Verletzungen; da wir Platter und Desinfektionsspray dabei haben, ist das alles kein Problem. Auch das größte Kind von allen  (ich) hat sich eine kleine Wunde am großen Zeh zugezogen (man sollte halt nicht auf dem gepflasterten Hof in Flipflops rennen - Pflastersteine haben manchmal spitze Ecken).

Am Nachmittag startete dann die große Malaktion. Diesmal wußten die Kinder sofort, was wir mit ihnen machen wollten. Es wurde gemalt wie die Weltmeister; diesmal wurden sogar die Waschküche und Scheune wurde mit einbezogen. Wie schon im vergangenen Jahr war die Aktion wieder ein voller Erfolg. Wir haben diesmal etwas mehr Kreide mitgenommen, so dass wir mit den Kindern noch ein zweites Mal den Hof verschönern werden.

Abends um 19:00 Uhr gab es noch Musikunterricht. Der Musiklehrer hat uns auch sofort wiedererkannt. Die Kinder lernen neben Dilruba und Sarangi (zwei Streichinstrumente) auch das indisches Harmonium (wird mit der rechten Hand gespielt und die linke betätigt den Blasebalg) und Tabla (Trommeln). Beim Singen und Spielen der Ragas (traditionelle Tonfolgen und Melodien) sind deutliche Fortschritte zu hören. Ich habe meine Kamera im Hintergrund aufgestellt und ein Video aufgenommen, um den Unterricht so wenig wie möglich zu stören. Somit kann ich hier leider kein Foto vom Musikunterricht präsentieren kann. 

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