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13.02.2024 - Der Hof in Nebel gehüllt

Es ist 6:00 Uhr morgens als wir brutal durch die Lautsprechern dröhnenden morgendlichen Gebetsgesänge geweckt werden. An Schlaf ist nicht mehr zu denken, auch wenn man sich gerne noch mal in die Decken gekuschelt hätte. Draußen ist es noch dunkel, aber die Kinder sind auch schon wach. Um 7:00 Uhr dröhnen immer noch die Lautsprechergesänge, doch nun kämpfen die Kinder mit ihrem morgendlichen Gesang tapfer dagegen an. Ich würde viel lieber nur den Gesang der Kinder lauschen, aber das geht nicht. Stattdessen werden die Gehörgänge mit konträren Gesängen gequält. Die Lautsprecher kennen keine Gnade und brüllen die zarten Stimmen und Klänge der Kinder nieder. Gegen 7:45 sind dann die Lautsprecher endlich erschöpft. Die Kinder haben gewonnen! Endlich können wir ihnen noch 15 Minuten lang lauschen, bevor die Kinder dann zum Frühstücken gehen.

 

Draußen ist es trotz Dämmerung grau - alles ist in dichten Nebel gehüllt. Es fühlt sich an wie ein Novembertag. Man glaubt kaum, dass es ein sonnigen Tag geben wird. 

Wir nutzen die Zeit bis zum Frühstück mit dem Schreiben vom Blog, dem Lesen von eMails und Nachrichten. Patricia bring unsere Liste mit den Daten der Kinder auf den neuesten Stand. Unter den Fotos, die wir letztes Jahr gemacht hatten, sind von vielen Kindern die Geburtsdaten eingetragen worden. Wir müssen dringend mit den neuen Porträts anfangen. Ich will auch unbedingt die Schule der Kinder besuchen, aber zur Zeit finden Prüfungen statt. Hoffentlich ergibt sich in der kommenden Woche eine Gelegenheit …

 

So gegen 10:00 Uhr durchdringt die Sonne so langsam den Nebel und fängt an einen zu wärmen. Zum Fotografieren ist es eigentlich schon wieder zu spät, denn die Sonne steht schon sehr hoch. Aber das ist das Los eines Fotografen, man muss mit dem Licht zurechtkommen, das einem zur Verfügung steht. 

Wir drehen trotzdem eine Runde durch das Dorf. Neugierig werden wir von den Einwohnern beobachtet. Kaum hebe ich die Kamera, um ein Foto zu machen, sind wir von Menschen umringt, die von sich oder den Kindern ein Foto haben wollen. Wie so oft genügt  es ihnen wieder, das Foto auf dem Display der Kamera zu sehen. 

Auch in dem Dorf hat sich Einges getan. Wir entdecken neue Läden und es gibt inzwischen auch ein „Restaurant“. Ob das geöffnet hat, wissen wir allerdings nicht.

Am Nachmittag wurden frische Eier geliefert. Die wenigen Hühner auf dem Hof legen nicht genug Eier für die Kinder. In ferner Zukunft sollen mehr Hühner angeschafft werden, so dass auch die Selbstversorgung mit Eiern gesichert ist. Die Hühner und Kühe werden nicht geschlachtet, sie werden nur zur Eier und Milchproduktion gehalten; ansonsten ist die Ernährung der Kinder rein vegetarisch.

Die Kinder hatten nach der Schule erstmal eine gute Stunde Freizeit, die sie überwiegend mit Ballspielen und Seilspringen verbrachten. Im Anschluss gab es Tee, der zusammen mit einem Ei serviert wurde.

Danach hieß es dann für die Kinder wieder Hausaufgaben machen bzw. eigenständig lernen. In kleinen Gruppen saßen sie auf dem Feld und lernten, was für uns sehr gut war, denn so konnten wir sie besser einzeln unterstützen.

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