· 

17.02.2026 - Picknick im Nachbardorf

Pünktlich nach dem Frühstück wartete Arjan schon auf uns. Als Picknick hatte er Chapati (Fladenbrot) und Buttermilch dabei. Wir wollten uns ja heute die Nachbardörfer anzusehen.

 

Nangal Sohal liegt an der Grenze zu Pakistan und da es im letzten Jahr Terroranschläge in der Grenzregion des Punjab gegeben hat, gibt es jetzt überall Kontrollpunkte. So auch auf unserem Spaziergang zum Nachbarort. Der Kontrollpunkt ist meistens nur mit einem Soldaten besetzt, der einen provisorischen Unterstand aus aufeinander gelegten Ziegelsteinen und etwas Wellblech hat. Meistens schlafen die Soldaten auch dort. Unser eine Soldat wurde jetzt mit uns zwei Touristen konfrontiert. Eine äußerste Seltenheit hier in der Gegend und somit schon mal von vornherein verdächtig. Er sprach zumindest etwas Englisch, was für uns gut war. Es folgte ein kleines Frage- und Antwort-Spiel: Woher wir kommen, ob wir verheiratet sind, was wollen wir hier, welche Religion wir angehören (seltsame Frage - Arjan meinte es keine offizielle Frage gewesen, sondern eher sein eigenes Interesse. Da es nach Auffassung des Soldaten hier nichts zu sehen gibt, müssen wir wohl zu einer Kirche oder einem Tempel wollen), ... und dann schrieb er unsere Namen (ich hatte ihm nur die Vornamen buchstabiert) in ein dickes Buch. Anschließend rief er bei seinen Vorgesetzten an, um sich die Erlaubnis zu holen, uns passieren zu lassen. Ich hatte natürlich wieder einmal keinen Reisepass dabei, aber der Personalausweis genügte ihm. Diesen fotografierte er mit seinem Smartphone ab und meinte, dass ich ihn mir auf dem Rückweg wieder abholen könne. Patricia hatte ihren Reisepass dabei, auch der wurde abfotografiert und erstmal einbehalten. Das seltsame war, dass unsere Taschen nicht kontrolliert wurden. In meiner Fototasche hätte ich alles Mögliche haben können. Als er dann die Genehmigung seines Chefs bekam, durften wir den Kontrollpunkt passieren, mit dem Hinweis, dass wir ja nicht Richtung Grenze fotografieren dürfen. In die andere Richtung sei es kein Problem.

 

Auf unserem Weg durch die Dörfer hatten wir wieder viele nette Kontakte. An einem Zuckerrohrfeld konnten wir den Arbeitern beim schlagen des Zuckerrohr zusehen. Und um den Mist vom Fahrrad abzuladen wird auch schon mal das ganze Rad vorne angehoben. Und natürlich werden hier überall auf den Feldern Pestizide versprüht.

Interessant war, dass an den Hauswänden teilweise der letzte Covid-Impftermin angeschrieben war.

Auf dem Rückweg haben wir und unseren Personalausweis und Reisepass wieder abgeholt. Patricia wurde explizit darauf hingewiesen, dass sie nicht noch einmal in das Grenzgebiet dürfe (heißt das jetzt ich darf wieder rein, aber sie nicht?). Unsere Dokumente wurden dann noch einmal fotografiert und uns zurückgegeben.

 

Das letzte Stück des Weges hat uns dann der Schulbus mitgenommen.

Schulbusfahrer
Schulbusfahrer

Kommentar schreiben

Kommentare: 0